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EDGECRUSHER, wer denkt da nicht gleich
an Fear Factory , wobei man musikalisch nicht sagen kann, ob oder in
wieweit die Amis bei der Bandgründung dieses Fünfers aus Konstanz
Pate standen. Eigentlich haben EDGECRUSHER stilistisch sogar
überhaupt nichts mit Burton C. Bell & Co. zu tun, sondern zocken
einen gepflegten, donnernden Thrash Metal mit vielen melodischen,
getragenen Passagen und einem rauhen, tiefen, aber immer halb
gesungenen Stimmeinsatz versehen. Will sagen, daß es auf dem ersten
Album heftigen, melodiebetonten Stoff zu hören gibt, der durch
knallharte Drums und fette, tiefer gelegte Riffs und eingängige
Leads zu beeindrucken weiß. Die Songs sind im Grunde straight und
eingängig gehalten, haben sogar mörderische Mitgröhlrefrains am
Start, wirken aber durch geschickt eingefügte Breaks,
Tempovariationen und ruhigere Parts keineswegs simpel, was sich
besonders beim Titeltrack sehr positiv bemerkbar macht. Spielerisch
ist das Ganze ebenfalls recht kompetent inszeniert worden. Durch den
tiefen, stellenweise growligen Gesang von Mainman Igor Panic haben
die Stücke eine massive Schlagseite gen Stockholm Death Metal
bekommen. Diese Richtung sollte die Band allerdings auch
beibehalten, denn hier entwickelt Igor eine Menge Charisma. Seine
klaren Gesangsparts sind nicht zu verachten, dennoch aber
verzichtbar. Er weiß schon Melodien und Harmonien in seine Growls zu
integrieren. Aber das ist nicht alles. Gnadenlos alles in Grund und
Boden grollende Thrashmetalriffs schrubben Dir die letzten
Hautfetzen von der Wirbelsäule und entpuppen sich sogar als echte
Ohrwürmer. Trotz der wuchtigen, glasklaren Produktion regiert hier
die Leidenschaft der wilden 80er und noch wilderen frühen 90er, wo
der extreme Metal zumindest noch METAL war. Der gute alte
Thrashsound übernimmt auf diesem Album auch die Führung der Songs,
sämtliche noch extremeren Momente sind nurmehr geschickt platzierte
Farbtupfer. Vielleicht sind Death ab der "Spiritual Healing" LP ein
Vergleichspunkt, nicht zu straight, aber auch nicht zu verfrickelt,
immer schön brutal und melodiebetont zugleich. Ich denke, daß diese
Band sicherlich noch eine Menge reißen kann, wenn man sie denn
lässt. Trendfrei, zeitlos, einprägsam und voller Leidenschaft für
richtigen, wenn auch heftigeren Metal.
Robert Moska (Hellion) |