Edgecrusher -
Forever Failure
(Spielzeit: 40
min./VÖ: 2006)
Nach einer
zwischenzeitlichen Mini-LP (»Deeper Than Hate«, 2004) rotiert nun der
bereits seit letztem Jahr veröffentlichte Longplayer der fünf Jahre
bestehenden süddeutschen Melodic-Thrasher
Edgecrusher
in meinem Player.
Beschleicht mich allein beim puren Anblick des CD-Coverfotos ein inneres
Hochgefühl, findet diese Einschätzung gleich in den ersten Minuten
Bestätigung. Speziell die klassische 80er-Thrash-Schiene - alte Metallica,
Megadeth, Testament und die später in den 90ern folgenden Oaklandmetaller
Machine Head, verfeinert durch eine fette Prise Nevermore, Dark At Dawn und
neuerer Gorefest (siehe Gesang und Gitarrenarbeit) haben es der Band
angetan, die bei allen zehn geradlinig heraus gepowerten Stahlwalzen häufig
zwischen kraftvollen Up- und Midtempo-Grooves, hin und her tendiert.
Heftig aufs Geweih drückende Rhythmusgitarrenriffs, markante Bassläufe,
punktgenau präzises Drumming, variabler Klar- und Tiefgesang sowie lässig
aus dem Ärmel geschüttelte Grooveparts lassen keine Wünsche für's (Metal)Herz
offen.
Edgecrusher erinnern mehr als einmal deutlich an Testament und Co. (siehe
beim Titelsong Forever Failure), ein anderes Mal
wieder an Gorefest oder Dark At Dawn, (beispielsweise
Soulsaver) oder durch tight auf den Punkt gebrachte Rhythmus- und
Tempowechsel, die plötzlich in abrupt ausbrechende Midtempoattacken des Typs
Machine Head übergehen.
Vereinzelte Maidenanleihen dürfen ebenso wenig fehlen, siehe das
facettenreiche Abschlußstück Me And The Sun,
wobei der Fünfer sogar zackige Rock 'n' Roll-Passagen verarbeitet, denen es
nicht an Schmackes mangelt.
Die zehn prima rein laufenden Tracks zünden gleich beim ersten Hördurchlauf,
kommen wuchtig solide produziert aus den Boxen. Forever
Failure kann zur Überbrückung auf's neue Album obiger Bands mit
besonderem Blick auf Testament, Machine Head, Nevermore, Dark At Dawn und
spätere Gorefest verhaftet werden.
Abgerundet durch ein schönes 3D-Cover inclusive recht aufwendig gestaltetem
Text-Inlet, bleibt die Gewissheit zurück, dass von dem talentierten »Geheimtip«
künftig einiges zu erwarten ist.
Toschi |