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Nach einem kurzen Intro knallen uns die Bodensee-Thrasher EDGECRUSHER
mit 'Crossroads' einen satten Hammer um die Ohren, der sofort
klarstellt, womit wir es auf "Forever Failure" zu tun bekommen. Fetter
Thrash Metal mit einer Nuance Death Metal, die in erster Linie vom
Gesang ausgeht, in moderner, gnadenlos drückend von Andy Classen
produzierter Variante ist es, den uns das Quintett auch auf seinem
aktuellen Silberling zu offerieren hat.
Wer mit den Klängen dieser Truppe bereits vertraut sein sollte, darf
getrost auch hier zuschlagen, EDGECRUSHER sind sich selbst, aber wohl
auch ihren Fans treu geblieben und haben sich keinen Millimeter von
ihrem eingeschlagenen Weg entfernt.
Vom 2004er-Demo "Deeper Than Hate" sind mit Ausnahme von 'Golden
Purity' alle Songs auch auf "Forever Failure" vertreten, und diese
harmonieren perfekt mit den aktuelleren Kompositionen der Herren Igor
Panic (V), Markus Eberle (B), Jan Rockrohr (G), Johannes Kostbar (G)
sowie Jan Jäckle (D), die ihrer Aussage nach "Lake Area Thrash Metal"
spielen.
An Einflüssen lassen sich EDGECRUSHER offenbar keinesfalls festnageln
und offerieren dem geneigten Fan ein breites Spektrum, das von
Anklängen an uralte METALLICA in 'Dead Blood Red', über
NEVERMORE-verdächtige technisch versierte Versatzstücke im Titelsong
und hymnisch angelegte Brachialthrasher wie 'No Zone' bis hin zu auf
Grund der immerzu recht tief gelegten Vocals hart am Death Metal
vorbeischrammende Rabiatperlen wie 'Soulsaver' reicht. Zudem kommen
immer wieder die Einflüsse der Bay Area zu jeder Phase (von EXODUS
über TESTAMENT bis zu MACHINE HEAD scheint der Fundus der
Inspirationen an Riffs zu reichen) sowie eine gewisse Vorliebe der
Herren zu Rock 'n' Roll-lastigen Thrash-Klängen ans Tageslicht.
Die Mischung ist eine sehr ausgewogene, EDGECRUSHER wissen durch die
Bank zu überzeugen, scheinen instrumententechnisch bereits überaus
versiert zu sein und haben mit Igor einen Sänger in ihren Reihen, der
über ein markantes Organ verfügt, das zwar einigermaßen
gewöhnungsbedürftig ist, weil es teilweise irgendwie "verlegt" klingt,
das er aber geschickt einzusetzen weiß, weshalb seine variable Stimme
perfekt mit der ebenso abwechslungsreich,immerzu bretthart intonierten
Musik der Band blendend harmoniert.
Anspieltipps: Forever Failure, Dead Blood Red, No Zone, Deeper Than
Hate
Walter Scheurer [13.03.2007]
